
Funkien (Hosta) pflanzen & pflegen
Funkien sind die Pflanzen für die Ecken, in denen sonst wenig gelingt: unter Bäumen, an der Nordseite des Hauses. Ihr Laub prägt das Beet vom Austrieb bis zum ersten Frost, in Blau, Gelb, sattem Grün oder mit hellem Rand, und im Sommer schieben sich lavendelfarbene oder weiße Blütenglocken darüber. Stimmen Standort und Boden, wird eine Hosta mit jedem Jahr größer und schöner.
Die Gattung stammt aus Ostasien, und es gibt mehrere tausend Sorten, von Zwergen, die kaum eine Handbreit hoch werden, bis zu Horsten von über einem Meter Breite. In deutschen Gärten sind Funkien vollkommen winterhart und gehören zu den verlässlichsten Stauden für den Schattengarten.
Wo wachsen Funkien am besten: Sonne oder Schatten?
Ideal ist Halbschatten oder der lichte Schatten hoher Laubbäume. Dort bleiben die Blätter makellos und die Farben kräftig. Im Vollschatten wachsen Funkien auch, bleiben dann aber kleiner und blühen spärlicher. Morgensonne verträgt fast jede Sorte, pralle Mittagssonne dagegen hinterlässt braune, papierartige Brandflecken, besonders in heißen, trockenen Sommern.
Mehr Sonne vertragen gelbblättrige und dicklaubige Sorten. Gelbe brauchen sogar etwas Licht, damit sich ihre Farbe zeigt. Blaue Sorten gehören in den Schatten, denn ihr Blau stammt von einem feinen Wachsbelag, der in der Sonne schwindet. Und je sonniger der Platz, desto feuchter muss der Boden sein.
Für dunkle Ecken sind helle Blattfarben die beste Wahl:
Hosta 'Lemon Snap'
Zitronengelbe, leicht gewellte Blätter mit zartem Wachsglanz und rhabarberroten Stielen. Neben dunklem Laub wirkt sie wie ein Lichtfleck im Schatten.
📏 30–40 cm · 🌷 Juni bis August · ☀️ Halbschatten bis Schatten
Hosta 'Ayesha'
Große, herzförmige Blätter in zartem Limettengrün mit dunklen Streifen, dazu helle lila Blüten, die Bienen und Schmetterlinge anlocken.
📏 30–40 cm · 🌷 Juni bis August · ☀️ Halbschatten bis Schatten
Welcher Boden ist der richtige für Funkien?
Funkien mögen humosen, nährstoffreichen Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nicht dauernass ist, am liebsten schwach sauer bis neutral. Eine Moorbeetpflanze ist die Funkie trotzdem nicht, normale Gartenerde mit Kompost reicht. Sandböden, wie sie im Norden und Osten Deutschlands häufig sind, trocknen schnell aus: Arbeite dort reichlich Kompost oder Laubhumus ein. Schweren Lehm lockerst du tief und verbesserst ihn ebenfalls mit Kompost, denn in nasser Erde faulen die Wurzeln im Winter.
Funkien pflanzen: Zeitpunkt und Anleitung
Am besten pflanzt du im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, oder im Spätsommer und frühen Herbst, damit die Wurzeln vor dem Winter anwachsen. Getopfte Funkien kannst du die ganze Saison über setzen, solange du im Sommer regelmäßig gießt.
Funkien aus dem Topf
- Tauch den Topf in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Heb ein Loch aus, doppelt so breit wie der Ballen, und lockere die Sohle.
- Setz die Pflanze so, dass die Oberkante des Ballens mit der Erdoberfläche abschließt. Füll mit Erde und Kompost auf, drück an und gieß kräftig.
Wurzelnackte Funkien
Wurzelnackte Pflanzen weichst du eine Stunde in lauwarmem Wasser ein und setzt sie so, dass die spitzen Triebknospen zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Ist der Boden noch kalt und nass, setz sie zuerst in einen Topf mit Erde und pflanz sie aus, sobald sich die ersten Blätter entrollen.
Als Abstand brauchen Zwergsorten 25 bis 30 cm, mittelgroße Sorten etwa 50 cm und große Funkien bis zu einem Meter.
Vorsicht bei Spätfrost: Die jungen, eingerollten Blätter im April und Mai sind frostempfindlich, und die Schäden bleiben oft den ganzen Sommer sichtbar. Ist vor den Eisheiligen noch Nachtfrost angesagt, deck die Triebe mit Vlies oder einem umgedrehten Eimer ab.
Funkien gießen und düngen
Funkien brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit. Ist die Erde zwei, drei Zentimeter tief trocken, wird gegossen, in Trockenperioden oft zweimal pro Woche und durchdringend. Gieß morgens in den Wurzelbereich statt über die Blätter. So bleibt der Wachsbelag blauer Sorten erhalten, und der Boden ist abends, wenn die Schnecken kommen, schon wieder abgetrocknet.
In guter Erde kommt eine Funkie ohne Dünger aus. Wenn überhaupt, gib im Frühjahr beim Austrieb Kompost oder etwas organischen Langzeitdünger und ab Juli nichts mehr. Zu viel Stickstoff macht die Blätter groß und weich, schwächt die Blüte und lockt Schnecken an.
Funkien im Kübel
Im Kübel sind Funkien ideal für Terrassen, Balkone und Hauseingänge im Schatten. Passende Partner findest du bei den Schattenkübeln für die Nordseite. Wichtig sind ein Abzugsloch, eine Drainageschicht aus Blähton und gute Kübelpflanzenerde. Die Erde trocknet schneller aus als im Beet, im Hochsommer musst du oft täglich gießen. Dafür lässt sich der Topf umstellen, wenn die Sonne zu weit hereinreicht.
Winterhart sind Funkien auch im Kübel. Weil der Frost die Wurzeln dort aber von allen Seiten erreicht, stellst du den Topf an eine geschützte Hauswand auf eine Holz- oder Styroporplatte und wickelst ihn in Jute oder Vlies. Gieß nur an frostfreien Tagen und sparsam, denn im Winter schadet Nässe mehr als Kälte.
Für Töpfe eignen sich kleine, kompakte Sorten:
Hosta 'Mini Skirt'
Zwerg-Hosta mit kleinen, runden, grünblauen Blättern und breitem, cremegelbem Rand, dicht und symmetrisch im Wuchs. Ideal für Töpfe und den Steingarten.
📏 10–20 cm · 🌷 Juni bis August · ☀️ Halbschatten bis Schatten
Hosta 'Hyuga Urajiro'
Schmale, hellgrüne Blätter mit dunkelgrünen Streifen geben dieser kompakten Sorte einen fast exotischen Charakter. Schön im Topf und am Beetrand.
📏 30–40 cm · 🌷 Juni bis August · ☀️ Halbschatten bis Schatten
Funkien teilen und umsetzen: wann und wie?
Funkien müssen nicht regelmäßig geteilt werden. Ein Horst kann jahrzehntelang am selben Platz stehen. Teilen lohnt sich, wenn du mehr Pflanzen möchtest oder ein Horst zu groß geworden ist.
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Triebspitzen gerade aus dem Boden schauen: Dann siehst du, wo du trennen kannst, und es knickt kein Laub ab. Der zweite Termin ist der Spätsommer ab Ende August, damit die Teilstücke vor dem Frost einwurzeln.
- Gieß am Vortag gründlich, stich den Horst rundherum ab und heb ihn heraus.
- Teil den Wurzelstock mit Spaten oder Messer in Stücke mit je mindestens zwei bis drei Triebknospen. Bei alten Horsten setzt du in der oft kahleren Mitte an.
- Pflanz die Stücke gleich wieder so tief wie vorher und halte sie in den folgenden Wochen feucht.
Umsetzen geht genauso, nur ohne Teilen. Mehr dazu liest du in Stauden teilen: wann und wie.
Schnecken: der Hauptfeind der Funkie
Schnecken lieben Funkien, und in feuchten Wochen reicht eine Nacht, um ein Blatt zu durchlöchern. Das hilft:
- Dicklaubige Sorten wählen. Feste, fast ledrige Blätter werden seltener angefressen. Ganz schneckenfest ist aber keine Funkie.
- Abends absammeln, am besten nach Regen mit der Taschenlampe.
- Schneckenkragen oder Kupferband um Kübel und einzelne Pflanzen.
- Nützlinge fördern: Igel, Kröten und Laufkäfer fressen Schnecken und ihre Eier.
- Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat als letzte Maßnahme, sparsam gestreut.
Eierschalen und Kaffeesatz halten Schnecken in der Praxis kaum auf. Als Nachbarn eignen sich Pflanzen, die Schnecken nicht mögen.
Frederikkes Tipp
Am verwundbarsten ist die Funkie beim Austrieb, solange die Blätter als eingerollte Spitzen aus dem Boden kommen. Ein Loch, das in dieser Phase hineingefressen wird, wächst mit, und das fertige Blatt trägt eine ganze Lochreihe. Wer in diesen Wochen abends nachschaut, hat den ganzen Sommer schönere Blätter.
Wann blühen Funkien, und soll man die Blüten abschneiden?
Die meisten Funkien blühen von Juni bis August, späte Arten bis in den September. Die Glocken in Lavendel, Violett oder Weiß stehen an langen Stielen über dem Laub. Geht es dir vor allem um die Blätter, schneide die Stiele nach der Blüte bodennah ab. Das sieht ordentlicher aus, und die Pflanze steckt keine Kraft in Samen, die ohnehin nicht sortenecht sind.
Muss man Funkien im Herbst zurückschneiden?
Nötig ist es nicht. Im Herbst färbt sich das Laub gelb, nach den ersten Frösten wird es glasig und fällt in sich zusammen. Du kannst es abnehmen oder als leichten Schutz bis zum Frühjahr liegen lassen. Hast du viele Schnecken, räumst du es besser im Spätherbst weg, weil sie darunter gern ihre Eier ablegen. Winterschutz brauchen Funkien im Beet nicht.
Was passt zu Funkien?
Funkien wirken am stärksten neben anderem Laub. Farne mit feinen Wedeln sind der klassische Kontrast, Astilben bringen Sommerfarbe, Storchschnabel schließt Lücken am Boden, und Akeleien blühen, bevor die Funkie ihr volles Laub hat.
Dazu passen Frühjahrsblüher aus Zwiebeln: Schneeglöckchen und Blausterne blühen, lange bevor die Funkie austreibt, und ihr vergilbendes Laub verschwindet später unter den Hosta-Blättern. Setz die Zwiebeln im Herbst in Gruppen rund um die Horste.
Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Nickende weiße Blüten mit grün gezeichneten inneren Blütenblättern. Unter laubabwerfenden Gehölzen bildet es mit der Zeit dichte Teppiche.
📏 10–15 cm · 🌷 Februar bis März · ☀️ Halbschatten
Sibirischer Blaustern (Scilla siberica)
Himmelblaue, nickende Glöckchen, die sich über Samen und Zwiebeln zu blauen Teppichen unter Sträuchern und im Beet vermehren.
📏 10–15 cm · 🌷 März bis April · ☀️ Sonne bis Halbschatten
Halbschatten, humoser Boden, der nicht austrocknet, und ein wachsames Auge auf die Schnecken beim Austrieb: Mehr braucht eine Funkie nicht.
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