
Tulpen pflanzen & pflegen
Tulpen sind für viele die erste Zwiebelblume im Garten. Du setzt sie im Herbst, vergisst sie über den Winter, und im Frühling stehen sie in voller Blüte. Damit das klappt, kommt es auf drei Dinge an: den Zeitpunkt, die Tiefe und einen Platz, an dem die Zwiebel nicht im Nassen sitzt. Hier findest du alles vom Pflanzen bis zur Pflege nach der Blüte.
Wann pflanzt man Tulpenzwiebeln?
Die beste Zeit für Tulpen ist Oktober bis Mitte November. Die Zwiebeln brauchen einen kalten Winter im Boden, um Blüten zu treiben, und sollen vor dem ersten Dauerfrost noch Wurzeln bilden. Dafür genügen etwa sechs Wochen, in denen der Boden nicht gefroren ist.
Anders als Narzissen und Krokusse haben Tulpen es nicht eilig. In kühler Erde ist die Gefahr von Tulpenfeuer, einer Pilzkrankheit, deutlich kleiner als im noch warmen Boden des Frühherbstes. Sobald die Nächte regelmäßig unter zehn Grad fallen, ist Tulpenzeit. In milden Lagen am Rhein oder an der Küste geht das oft bis in den Dezember, in höheren Lagen und im Osten, wo der Boden früher gefriert, sollten sie spätestens Anfang November in der Erde sein. Wann die übrigen Zwiebeln an der Reihe sind, zeigt der Pflanzkalender für Blumenzwiebeln.
Der richtige Standort
Am schönsten blühen Tulpen in voller Sonne. Halbschatten unter Laubbäumen, die zur Tulpenblüte noch kaum Blätter tragen, geht auch. Im tiefen Schatten werden die Stiele lang und dünn, und im zweiten Jahr bleibt die Blüte oft aus.
Noch wichtiger ist der Boden, denn in nasser Erde faulen die Zwiebeln über den Winter. Tulpen mögen lockeren, durchlässigen Boden, gern neutral bis leicht kalkhaltig. Schwere Lehmerde lockerst du tief und mischst Sand oder feinen Splitt unter. Hohe Sorten stehen am besten etwas windgeschützt, vor einer Hecke oder zwischen Stauden.
Wie tief pflanzt man Tulpenzwiebeln?
Setze Tulpenzwiebeln etwa dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Bei großen Gartentulpen sind das 15 bis 20 Zentimeter, bei kleinen botanischen Tulpen reichen 8 bis 10. Tief sitzende Zwiebeln stehen stabiler und teilen sich langsamer in kleine Brutzwiebeln, die noch nicht blühen können.
Zwischen den Zwiebeln lässt du 12 bis 15 Zentimeter Platz, das sind etwa 45 bis 70 Zwiebeln pro Quadratmeter. In Gruppen ab zehn Stück wirken Tulpen viel stärker als einzeln verteilt. Die Tiefen für andere Zwiebelarten findest du in Wie tief pflanzt man Blumenzwiebeln?
Tulpenzwiebeln pflanzen, Schritt für Schritt
- Lockere das Beet spatentief und entferne Wurzelunkraut.
- Heb für jede Gruppe eine Mulde in der passenden Tiefe aus. So liegen alle Zwiebeln gleich tief und blühen gleichzeitig.
- Streu bei schwerem Boden etwas Sand oder Splitt auf den Grund.
- Setz die Zwiebeln mit der Spitze nach oben hinein.
- Füll die Erde auf, drück sie fest und gieß einmal kräftig an.
Wann blühen Tulpen?
Je nach Sorte blühen Tulpen von Ende März bis in den Mai, nach einem milden Winter ein bis zwei Wochen früher. Grob gibt es drei Gruppen:
- Früh: Fosteriana-Tulpen, einfache frühe Tulpen und die meisten botanischen Arten.
- Mitte: Darwin-Hybriden und Triumph-Tulpen, die Klassiker für Beet und Vase.
- Spät: einfache späte, lilienblütige, spät gefüllte, Fransen-, Papageien- und Viridiflora-Tulpen.
Mit ein paar Sorten aus jeder Gruppe hast du sechs bis acht Wochen lang Tulpen im Garten. Die Klassen im Einzelnen stellt Welche Tulpen soll ich wählen? vor.
Früh: Tulpe 'Purissima'
Eine Fosteriana-Tulpe mit reinweißen Blüten und cremegelber Mitte, eine der ersten großen Tulpen im Beet. Ihre Blüten halten bis zu drei Wochen.
📏 rund 50 cm · 🌷 früher bis mittlerer Frühling
Spät: Tulpe 'Queen of Night'
Schlanke Blüten in so dunklem Burgunder, dass sie im richtigen Licht schwarz wirken. Neben hellen und pastellfarbenen Tulpen gibt sie dem Beet Tiefe.
📏 50–60 cm · 🌷 Mai
Tulpen im Topf und Kübel
Im Topf gedeihen Tulpen genauso gut wie im Beet. Du brauchst ein Gefäß mit Abzugsloch und mindestens 30 Zentimetern Tiefe, unten eine Lage Kies oder Blähton, darauf durchlässige Erde. Die Zwiebeln dürfen fast Schulter an Schulter stehen, mit 10 bis 15 Zentimetern Erde darüber.
Heikel ist der Winter, denn anders als ein Beet kann ein Topf komplett durchfrieren. Stell ihn an eine geschützte Hauswand, wickle ihn in Vlies oder Jute und setz ihn auf eine Holzplatte. Eine kalte Garage geht auch, ein geheizter Raum nicht, weil die Zwiebeln die Kälte brauchen. Wenn du mehrere Zwiebelarten übereinander in einen Topf setzen willst, hilft dir die Lasagne-Methode.
Für den Topf: Tulpe 'Princess Irene'
Orange mit violetten Flammen, dazu dunkle Stiele und ein feiner Duft. Mit 30 bis 35 Zentimetern bleibt sie kompakt genug für Kübel, in denen du sie aus der Nähe siehst.
📏 30–35 cm · 🌷 Mitte des Frühlings
Frederikkes Tipp
Setz Tulpen zwischen Stauden, die erst im Mai richtig in Schwung kommen, etwa Storchschnabel, Funkien oder Taglilien. Solange die Tulpen blühen, ist dort noch Platz. Wird ihr Laub danach gelb, wachsen die Stauden darüber und verdecken es, und du kommst gar nicht erst in Versuchung, die Blätter zu früh abzuschneiden.
Gießen und düngen
Nach dem Pflanzen gießt du einmal gründlich, danach reicht meist der Herbstregen. Nur wenn der Herbst lange trocken bleibt, gießt du alle ein bis zwei Wochen nach, damit sich Wurzeln bilden. Im Frühjahr brauchen Tulpen Wasser nur bei längerer Trockenheit während Austrieb und Blüte. Im Sommer, wenn die Zwiebel ruht, soll der Boden eher trocken bleiben.
Die erste Blüte ist in der Zwiebel schon angelegt. Sollen die Tulpen wiederkommen, gib im Frühjahr, sobald die Spitzen erscheinen, etwas reifen Kompost oder einen kaliumbetonten Zwiebeldünger. Frischer Mist und stickstoffreicher Rasendünger machen die Zwiebeln dagegen weich und anfällig für Fäulnis.
Was tun, wenn Tulpen verblüht sind?
Sobald die Blütenblätter fallen, knipst du den Blütenkopf samt Fruchtknoten ab, damit keine Kraft in die Samen geht. Die Blätter bleiben stehen, bis sie gelb und welk sind, was rund sechs Wochen dauert. In dieser Zeit füllt die Zwiebel ihre Reserven für das nächste Jahr auf. Erst dann schneidest du das Laub bodennah ab.
In durchlässiger, im Sommer trockener Erde dürfen die Zwiebeln danach im Boden bleiben. Ist das Beet im Sommer feucht oder soll es neu bepflanzt werden, grab sie nach dem Einziehen aus, lass sie ein paar Tage im Schatten trocknen und lagere sie bis zum Herbst trocken, kühl und dunkel.
Kommen Tulpen jedes Jahr wieder?
Das hängt von der Sorte ab. Viele großblumige Gartentulpen, vor allem gefüllte und Papageien-Tulpen, lassen nach dem ersten Frühling nach, weil sich die Zwiebel nach der Blüte in mehrere kleine teilt. Zuverlässiger sind Darwin-Hybriden und vor allem botanische Tulpen. Letztere breiten sich an einem sonnigen Platz sogar von selbst aus. Welche Sorten am treuesten sind, liest du in Kommen Tulpen jedes Jahr wieder?
Kommt wieder: Tulpe 'Apeldoorn'
Eine klassische Darwin-Hybride mit großen, kirschroten Blüten auf Stielen, die Wind und Regen trotzen. Unter guten Bedingungen kehrt sie Jahr für Jahr zurück.
📏 45–50 cm · 🌷 Mitte des Frühlings
Verwildert: Tulpe 'Tarda'
Eine kleine botanische Tulpe mit sternförmigen Blüten, sonnengelb in der Mitte und weiß an den Spitzen. Im Steingarten, an der Beetkante oder unter Sträuchern wird sie mit den Jahren kräftiger.
📏 10–15 cm · 🌷 früh, oft Anfang April
Tulpenfeuer, Wühlmäuse und blinde Tulpen
Tulpenfeuer ist die häufigste Tulpenkrankheit. Der Pilz verursacht braune Flecken und verkrüppelte, wie verbrannt aussehende Blätter, bei feuchtem Wetter auch einen grauen Belag. Zieh befallene Pflanzen samt Zwiebel heraus, entsorge sie im Hausmüll statt auf dem Kompost und pflanze drei Jahre lang keine Tulpen an diese Stelle. Vorbeugen kannst du mit festen, unbeschädigten Zwiebeln und einem Pflanztermin in kühlem Boden.
Wühlmäuse fressen Tulpenzwiebeln im Winter mit Vorliebe. Ein Pflanzkorb aus engmaschigem Draht schützt sie zuverlässig. Wo die Nager ein Dauerproblem sind, setzt du besser auf Blumenzwiebeln, die Mäuse und Wühlmäuse verschmähen.
Treiben deine Tulpen nur Blätter, liegt es meist an zu flacher Pflanzung, zu wenig Sonne oder zu früh entferntem Laub. Die Ursachen im Einzelnen erklärt Warum blühen meine Tulpen nicht?
Kann man Tulpen im Frühjahr pflanzen?
Nur im Notfall, denn Tulpen brauchen rund zwölf Wochen Kälte, bevor sie blühen. Eine vergessene Tüte setzt du, sobald der Boden offen ist, spätestens im Februar. Mit etwas Glück blühen die Zwiebeln noch im selben Frühling, meist später und kürzer als sonst. Bleiben die Zwiebeln dagegen bis ins Frühjahr in der Tüte, sind sie meist vertrocknet.
Kann man Tulpen aus Samen ziehen?
Ja, aber von der Aussaat bis zur ersten Blüte vergehen vier bis sieben Jahre. Die Sämlinge sehen außerdem fast nie aus wie die Muttersorte, weil Gartentulpen Kreuzungen sind. Im Garten ist die Zwiebel der schnellere und sicherere Weg, deshalb knipst du die Samenstände normalerweise ab.
Tief gesetzt, an einem sonnigen, im Sommer trockenen Platz und nach der Blüte in Ruhe gelassen: Mehr brauchen Tulpen nicht. Der Rest ist die Frage, welche Farben du im Frühling sehen möchtest.
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