
Pfingstrosen (Päonien) pflanzen & pflegen
Kaum eine Staude ist so treu wie die Pfingstrose. Am richtigen Platz blüht sie jahrzehntelang, ohne dass du sie teilen musst, und ihre schweren, oft duftenden Blüten sind der Höhepunkt des Frühsommers. Es kommt vor allem auf drei Dinge an: Sonne, einen durchlässigen Boden und die richtige Pflanztiefe.
Was ist der Unterschied zwischen Pfingstrose, Päonie und Bauernpfingstrose?
Pfingstrose und Päonie sind dieselbe Pflanze. Paeonia ist der botanische Name, Pfingstrose der deutsche, weil viele Sorten um Pfingsten aufblühen. Im Garten unterscheidet man vier Gruppen:
- Edelpfingstrosen (Paeonia lactiflora): die klassischen Staudenpfingstrosen, 70 bis 100 cm hoch, mit großen, oft duftenden Blüten.
- Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis): die alte Pfingstrose der Bauerngärten, rund 60 cm hoch. Sie blüht früher und duftet kaum.
- Strauchpfingstrosen: Ihre verholzten Triebe bleiben im Winter stehen, und mit den Jahren werden sie über einen Meter hoch.
- Itoh-Hybriden: Kreuzungen aus Stauden- und Strauchpfingstrosen. Sie ziehen im Winter ein, haben aber sehr standfeste Stiele und blühen dank vieler Seitenknospen lange.
Die Pflege ist bei allen ähnlich, nur Strauchpfingstrosen setzt du tiefer und schneidest sie nicht zurück. Die schönsten Sorten zeigt dir unser Ratgeber Pfingstrosen: die besten Sorten für Beet und Vase.
Wann blühen Pfingstrosen?
Je nach Art blühen sie zwischen Ende April und Ende Juni. Zuerst öffnen sich die Strauchpfingstrosen, im Mai folgen die Bauernpfingstrosen, ab Ende Mai die Edelpfingstrosen und danach die Itoh-Hybriden. Im Norden und in höheren Lagen beginnt die Blüte ein bis zwei Wochen später als am Rhein. Eine einzelne Pflanze blüht etwa zwei Wochen.
Nach dem Pflanzen dauert es meist zwei bis drei Jahre, bis eine Pfingstrose richtig blüht. Zeigt sie im ersten Jahr nur Blätter, ist das also ganz normal.
Der richtige Standort für Pfingstrosen
Pfingstrosen brauchen mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Im Halbschatten setzen sie deutlich weniger Knospen an. Halte Abstand zu großen Bäumen, deren Wurzeln Wasser und Nährstoffe wegnehmen, und wähle einen windgeschützten Platz.
Der Boden sollte tiefgründig, humos und vor allem durchlässig sein. In nasser Erde faulen die Wurzeln im Winter. Lehm ist dagegen gut, solange das Wasser abzieht. Schweren Boden machst du mit Kies durchlässiger, leichten Sandboden wie in Brandenburg verbesserst du mit Kompost. Ideal ist ein neutraler bis leicht kalkhaltiger Boden. Weitere Pflanzen für solche Böden: Blumen für kalkhaltigen Boden.
Rechne mit etwa drei Pflanzen pro Quadratmeter. Und setz keine neue Pfingstrose dorthin, wo schon einmal eine stand: Der Boden ist dort oft müde, und alte Wurzelreste können Krankheiten übertragen.
Pfingstrose 'Sarah Bernhardt'
Die wohl bekannteste Pfingstrose: dicht gefüllte, zartrosa Blüten mit seidigen Blütenblättern und leicht süßlichem Duft.
📏 70–100 cm · 🌷 Mai bis Juni · ☀️ volle Sonne
Pfingstrosen pflanzen: wann und wie tief?
Wurzelnackte Pfingstrosen pflanzt du am besten von September bis November, solange der Boden offen ist. So wurzeln sie vor dem Winter noch an. Im zeitigen Frühjahr geht es auch, dann hat die Pflanze aber weniger Zeit zum Einwurzeln und braucht im ersten Sommer mehr Wasser. Getopfte Pflanzen kannst du die ganze Saison über setzen.
Entscheidend ist die Tiefe. Die roten Knospen am Wurzelstock, die Augen, dürfen höchstens 3 bis 5 cm unter der Erde liegen. Sitzen sie tiefer, bildet die Pflanze jahrelang nur Blätter. In schwerem Lehm bleibst du bei 3 cm, in Sand dürfen es 5 cm sein.
- Leg den Wurzelstock ein bis zwei Stunden in einen Eimer mit Wasser.
- Heb ein Loch von etwa 40 cm Breite und Tiefe aus und lockere die Sohle. In schwerem Boden kommt unten Kies als Drainage hinein.
- Misch den Aushub mit reifem Kompost und füll so weit auf, dass die Augen später richtig liegen.
- Setz den Wurzelstock ein, drück die Erde an, prüf die Tiefe mit dem Zollstock und gieß kräftig an.
Strauchpfingstrosen sind meist auf eine Staudenwurzel veredelt. Bei ihnen kommt die Veredlungsstelle 10 bis 15 cm tief in die Erde, damit der verholzte Teil eigene Wurzeln bildet.
Pfingstrosen im Kübel
Im Kübel gelingen Pfingstrosen, wenn der Topf mindestens 50 cm breit und tief ist und ein Abzugsloch hat. Unten kommt Blähton hinein, darauf Kübelpflanzenerde mit Kompost. Gieß öfter als im Beet. Nach vier bis sechs Jahren wird es der Pflanze zu eng, dann kommt sie ins Beet. Im Winter stellst du den Topf an eine geschützte Hauswand und wickelst ihn in Vlies, damit der Ballen nicht durchfriert. Mehr Ideen: Stauden, die im Kübel gedeihen.
Pfingstrose 'Shirley Temple'
Gefüllte, cremeweiße Blüten, die beim Aufblühen zartrosa schimmern. Kompakt und buschig, gut für einen großen Kübel.
📏 70–100 cm · 🌷 Mai bis Juni · ☀️ volle Sonne
Frederikkes Tipp
Nach dem Rückschnitt ist von einer Pfingstrose bis zum Austrieb kaum etwas zu sehen. Steck deshalb einen Stab neben jede Pflanze. So triffst du beim Zwiebelsetzen oder Hacken nicht die Augen dicht unter der Erde.
Gießen, düngen und stützen
Im ersten Jahr gießt du regelmäßig. Danach gießt du nur bei längerer Trockenheit, vor allem wenn sich die Knospen bilden. Dann lieber selten und durchdringend, direkt an den Fuß der Pflanze.
Zum Düngen reicht eine Schaufel Kompost oder etwas organischer Staudendünger beim Austrieb. Eine kleine zweite Gabe nach der Blüte hilft beim Aufbau der Knospen fürs nächste Jahr. Zu viel Stickstoff bringt Laub statt Blüten, und frischer Mist gehört nicht an die Augen.
Gefüllte Sorten legen sich nach starkem Regen gern flach. Setz im Frühjahr einen Stützring, sobald die Triebe etwa 20 cm hoch sind.
Pfingstrose 'Monsieur Jules Elie'
Riesige, dicht gefüllte Blüten in zartem Rosa mit silbrigem Schimmer und süßem Duft. Bei so üppigen Blüten lohnt sich eine Stütze.
📏 70–100 cm · 🌷 Mai bis Juni · ☀️ volle Sonne
'Monsieur Jules Elie' ansehen →
Wann schneidet man Pfingstrosen für die Vase, und wie lange halten sie?
Für die Vase schneidest du Pfingstrosen im Knospenstadium: Die Knospe zeigt schon Farbe und gibt auf leichten Druck weich nach, etwa wie ein Marshmallow. So öffnen sie sich in der Vase und halten etwa eine Woche, voll erblühte Blüten dagegen nur wenige Tage.
Lass am Stielrest zwei, drei Blätter stehen und nimm höchstens ein Drittel der Stiele, bei jungen Pflanzen in den ersten zwei Jahren keine. Die Blätter liefern die Kraft für die nächste Blüte. Geschlossene Knospen halten sich, trocken in Zeitungspapier gewickelt, einige Tage im Kühlschrank. Mehr für eigene Sträuße: Mehrjährige Schnittblumen.
Pfingstrose 'Festiva Maxima'
Ein Klassiker für Sträuße: reinweiße, dicht gefüllte Blüten mit karminroten Sprenkeln zur Mitte hin und feinem Duft.
📏 bis 90 cm · 🌷 Mai bis Juni · ☀️ volle Sonne
Pfingstrosen zurückschneiden: nach der Blüte und im Herbst
Verblühtes schneidest du bis zum ersten kräftigen Blatt ab, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt. Aussaat lohnt kaum: Sämlinge blühen erst nach Jahren und sind nicht sortenecht. Das Laub bleibt bis zum Herbst stehen und versorgt den Wurzelstock.
Wird es im Herbst gelb und braun, schneidest du Staudenpfingstrosen bodennah ab. Fleckiges Laub kommt in den Hausmüll, damit Pilzsporen nicht im Beet überwintern. Bei Itoh-Hybriden lässt du die Stiele etwa 10 cm lang stehen, weil manche Sorten dort Knospen bilden. Strauchpfingstrosen schneidest du nicht zurück, im Frühjahr entfernst du nur totes Holz.
Pfingstrosen umpflanzen und teilen
Eine gesunde Pfingstrose musst du nie teilen. Muss sie umziehen, dann im September oder Oktober: großzügig ausgraben, bei Bedarf in Stücke mit drei bis fünf Augen teilen und gleich wieder in der richtigen Tiefe einsetzen. Danach pausiert die Blüte meist ein bis zwei Jahre. Schritt für Schritt: Stauden teilen: wann und wie du es richtig machst.
Häufige Fragen zu Pfingstrosen
Warum blüht meine Pfingstrose nicht?
Die häufigste Ursache ist eine zu tiefe Pflanzung: Liegen die Augen mehr als 5 cm unter der Erde, bleibt die Blüte aus. Auch junge oder frisch umgesetzte Pflanzen, zu wenig Sonne, zu viel Stickstoff oder Spätfrost, der die Knospen erwischt, kosten Blüten. Sitzt die Pflanze zu tief, hebst du sie im Herbst vorsichtig heraus und setzt sie flacher wieder ein.
Warum welken Triebe oder bleiben die Knospen braun?
Meist ist es Grauschimmel (Botrytis), der sich bei kühlem, feuchtem Wetter ausbreitet. Schneide befallene Triebe bodennah ab und entsorge sie im Hausmüll. Vorbeugend helfen ein luftiger Platz, genug Abstand und der Rückschnitt im Herbst.
Schaden Ameisen den Knospen?
Nein. Sie holen sich den süßen Saft, den die Knospen ausscheiden, und fressen weder Blätter noch Blüten.
Brauchen Pfingstrosen Winterschutz?
Staudenpfingstrosen sind in ganz Deutschland winterhart und brauchen den Kältereiz sogar, um Blüten anzulegen. Nur die früh austreibenden Strauchpfingstrosen deckst du bei Spätfrost über Nacht mit Vlies ab.
Was passt zu Pfingstrosen im Beet?
Zierlauch blüht zur selben Zeit und setzt mit seinen Kugeln Akzente zwischen den Pfingstrosen, mehr dazu in den Allium-Kombinationen mit Stauden. Storchschnabel, Frauenmantel und Katzenminze bedecken den Boden am Fuß und blühen weiter, wenn die Pfingstrose fertig ist. Tulpen zwischen den Horsten blühen, bevor die Pfingstrose ihr volles Laub hat, und ihr welkes Laub verschwindet später unter den Pfingstrosenblättern.
Pfingstrose 'Duchesse de Nemours'
Historische Sorte mit reinweißen, dicht gefüllten Blüten, einem Hauch Zitronengelb in der Mitte und süßem Duft.
📏 70–100 cm · 🌷 Mai bis Juni · ☀️ volle Sonne
'Duchesse de Nemours' ansehen →
Sonne, die Augen knapp unter der Erde und etwas Geduld: Mehr braucht eine Pfingstrose nicht, um viele Sommer lang zu blühen.
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