Iris: niedrige Reticulata und hohe Holländische Iris
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Iris: niedrige Reticulata und hohe Holländische Iris

Frederikke Jensen
Geschrieben von Frederikke Jensen - 17-07-2026

Der Name Iris steht für die Regenbogengöttin – und tatsächlich gibt es kaum eine Blume mit so viel Farbe auf so kleinem Raum. Doch Iris ist nicht gleich Iris. Aus einer kleinen Zwiebel kannst du zwei ganz unterschiedliche Schönheiten ziehen: die winzige Reticulata, die schon im Februar durch den kalten Boden bricht, und die elegante Holländische Iris, die im Juni auf langen Stielen in die Vase zieht. Hier erfährst du, wie beide gelingen.

Reticulata: der zierliche Frühstarter

Die Netzblatt-Iris (Iris reticulata) wird nur 10–15 cm hoch und gehört zu den allerersten Farbtupfern des Jahres. Oft blüht sie schon im Februar, wenn der Schnee gerade erst geschmolzen ist. Ihre kleinen Blüten wirken aus der Nähe wie fein gemalt: tiefes Violett, Himmelblau oder Weiß, dazu ein leuchtend gelber oder orangefarbener Streifen auf den Hängeblättern. Viele Sorten duften obendrein zart nach Veilchen.

Holländische Iris: die Schnittblume für die Vase

Die Holländische Iris (Iris hollandica) spielt in einer anderen Liga. Sie wird 50–60 cm hoch und blüht deutlich später, im Mai und Juni. Auf ihren schlanken Stielen sitzen große, klar gezeichnete Blüten in Blau, Violett, Gelb und Weiß – wie gemacht für den Schnittgarten. In der Vase hält sie erstaunlich lange und öffnet Knospe für Knospe nach.

So pflanzt du beide richtig

Bei der Pflanzung im Herbst ähneln sich die beiden, unterscheiden sich aber im Detail:

  • Reticulata: etwa 8–10 cm tief und 5–8 cm auseinander, gern in Gruppen für einen dichten Teppich.
  • Holländische Iris: etwas tiefer, rund 10–12 cm, und 8–10 cm auseinander.
  • Beide lieben volle Sonne und vor allem einen gut durchlässigen Boden. Staunässe ist ihr größter Feind – bei schwerem Boden hilft eine Handvoll Sand im Pflanzloch.

Reticulata im Topf, Holländerin im Beet

Weil die Reticulata so klein und früh ist, kommt sie in einem Topf direkt an der Haustür am besten zur Geltung – dort siehst du sie täglich, wenn draußen sonst noch alles grau ist. Die Holländische Iris dagegen macht sich am schönsten in einer lockeren Reihe im Beet, von wo du dir immer wieder ein paar Stiele für die Vase schneiden kannst.

Kommen sie wieder?

Die Reticulata verwildert bei durchlässigem Boden gut und kommt über Jahre zuverlässig zurück – lass ihr Laub nach der Blüte in Ruhe einziehen. Die Holländische Iris ist etwas heikler und lässt in kalten, nassen Lagen mit der Zeit nach. In einem warmen, sonnigen Beet mit guter Drainage hält sie aber ebenfalls mehrere Jahre durch.

Frederikkes Tipp: Pflanze eine Handvoll Reticulata dorthin, wo du im Winter oft vorbeigehst – neben den Briefkasten oder auf die Fensterbank draußen. Ihr feiner Veilchenduft ist an einem milden Februartag ein kleines Wunder, das du beim Vorbeigehen mitnimmst.

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Ob winziger Farbtupfer im Februar oder elegante Schnittblume im Juni – mit ein paar Iris-Zwiebeln im Herbst holst du dir gleich zwei ganz verschiedene Momente in den Garten. Pflanz am besten von beiden ein paar, dann begleitet dich die Regenbogengöttin durch das halbe Jahr.

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