
Allium (Zierlauch) pflanzen & pflegen
Allium, auf Deutsch Zierlauch, gehört zu den dankbarsten Zwiebelblumen im Garten. Du setzt die Zwiebeln im Herbst. Im späten Frühjahr schieben sich lange, kahle Stiele aus dem Beet, und obenauf öffnen sich Kugeln aus Hunderten winziger Sternblüten. Hier erfährst du, wie du Allium pflanzt, welcher Standort passt und was nach der Blüte zu tun ist, damit die Kugeln wiederkommen.
Zur Gattung gehören auch Schnittlauch, Porree und Knoblauch. Im Ziergarten zieht man die Arten mit auffälligen Blütenständen in Violett, Purpur, Weiß und Rosa, seltener in Gelb oder Himmelblau.
Der richtige Standort für Zierlauch
Zierlauch ist ein Sonnenanbeter. Die kräftigsten Stiele und die größten Köpfe bekommst du an einem vollsonnigen Platz, ein paar Stunden Halbschatten am Tag nimmt er aber nicht übel. Noch wichtiger ist der Boden. Er sollte nährstoffreich sein, gern auch kalkhaltig, entscheidend ist aber, dass Regenwasser zügig versickert. Staunässe ist der einzige echte Feind der Zwiebel: Im nassen Winterboden fault sie.
Leichte, sandige Böden, wie sie in Brandenburg und weiten Teilen Norddeutschlands vorkommen, sind ideal. Schweren Lehm- oder Tonboden lockerst du vor dem Pflanzen mit Sand oder feinem Kies auf.
Mit Krankheiten und Schädlingen hast du bei Zierlauch selten Ärger, der scharfe Lauchduft hält offenbar vieles fern. Auch Wühlmäuse lassen die Zwiebeln meist in Ruhe, deshalb zählt Zierlauch zu den Blumenzwiebeln, die Mäuse und Wühlmäuse verschmähen.
Wann pflanzt man Allium?
Zierlauch ist eine Herbstzwiebel. Gepflanzt wird am besten im September und Oktober, während der Boden noch die Wärme des Sommers hält. So kann die Zwiebel vor dem Frost Wurzeln schlagen, und sie erlebt die Kälteperiode, die sie für die Blüte braucht.
In milden Lagen am Rhein oder an der Mosel klappt das Pflanzen oft bis in den November, solange der Boden offen ist. In den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den kontinentaleren Gegenden im Osten friert die Erde früher, dort solltest du bis Ende Oktober fertig sein. Alle Zwiebelblumen im Überblick: Wann pflanzt man Blumenzwiebeln? Der Pflanzkalender.
Wie tief und mit welchem Abstand?
Als Faustregel gilt: Das Pflanzloch ist dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, bei einer fünf Zentimeter hohen Zwiebel also rund 15 Zentimeter. Die dicken Zwiebeln der Riesensorten kommen entsprechend tiefer in die Erde. Mehr dazu unter Wie tief pflanzt man Blumenzwiebeln?
Heb das Loch mit einem Zwiebelpflanzer oder einer schmalen Schaufel aus. Auf schwerem Boden streust du zuerst eine Lage Kies oder Blähton auf die Sohle. Setz die Zwiebel so hinein, dass die Spitze nach oben zeigt, füll mit Erde auf, drück sie fest und gieß gründlich an.
In Gruppen von fünf, sieben oder mehr Zwiebeln wirkt Allium am stärksten. Lass trotzdem rund 15 Zentimeter Platz zwischen den Zwiebeln, bei den großen Kugelsorten etwas mehr.
Allium 'Purple Sensation'
Der Klassiker unter den Zierlauchsorten: dichte Kugeln in intensivem Purpur, etwa 10 cm breit, auf kräftigen, aufrechten Stielen. Er passt in Staudenrabatten ebenso wie in naturnahe Beete und ist eine gute Wahl für den Einstieg.
📏 bis 80 cm · 🌷 Mai bis Juni
Allium 'Gladiator'
Einer der Riesen, für die du Tiefe und Abstand großzügig bemisst. Die violetten Köpfe mit metallischem Schimmer werden bis zu 15 cm breit und gehören in den hinteren Teil der Rabatte.
📏 bis 120 cm · 🌷 Mai bis Juni
Allium im Topf und Kübel
Zierlauch gedeiht auch in Töpfen, sofern das Wasser ablaufen kann. Nimm ein Gefäß mit Abzugsloch, füll unten Blähton oder Tonscherben ein und verwende durchlässige Erde, gern mit etwas Sand. Die Pflanztiefe bleibt dieselbe wie im Beet.
Im Topf friert die Erde bei starkem Frost komplett durch. Rück die Gefäße im Winter deshalb an die Hauswand, stell sie auf eine Holzplatte und wickle sie bei Dauerfrost in Vlies. Ins Haus holen solltest du die Töpfe nicht: Im Warmen fehlt der Zwiebel der Kältereiz, den sie für die Blüte braucht. Niedrige Arten für Töpfe und Kästen findest du unter Kleine Allium für Steingarten und Topf.
Allium-Mischung 'Day & Night'
Tiefes Purpur und klares Weiß in einer Mischung. Sie kommt in Gruppen zwischen Stauden oder in Kübeln am besten zur Geltung, verträgt Trockenheit und ist insektenfreundlich.
📏 60–80 cm · 🌷 Juni · ☀️ sonnig
Gießen und Düngen
Am passenden Platz macht Zierlauch kaum Arbeit. Im Beet kommt er ohne zusätzliches Wasser aus, nur in einem langen, trockenen Frühjahr hilft ein durchdringender Guss, während sich Stiele und Knospen strecken. Dünger braucht er auf normalem Gartenboden nicht, auf sehr magerem Sand genügt etwas reifer Kompost beim Austrieb.
Warum das Laub so früh gelb wird
Bei den meisten Zierlauch-Arten welken die breiten Blätter schon, während die Kugeln gerade aufgehen. Mit Krankheit hat das nichts zu tun, hübsch ist es trotzdem nicht.
Die Lösung ist eine passende Unterpflanzung. Setz Allium zwischen Stauden, die im Frühsommer dichtes Laub bilden, etwa Katzenminze, Frauenmantel, Storchschnabel oder Ziergräser. Sie verdecken die vergilbenden Blätter. Welche Partner zu welcher Sorte passen, zeigt der Beitrag Allium-Kombinationen: die schönsten Stauden-Partner im Beet.
Frederikkes Tipp
Steck beim Pflanzen neben jede Allium-Gruppe einen kleinen Stab oder ein Etikett. Im Hochsommer ist das Laub vollständig verschwunden, und wer im Herbst Tulpen nachsetzt oder das Beet umgräbt, sticht sonst schnell mitten in die schlafenden Zwiebeln.
Allium nach der Blüte: abschneiden oder stehen lassen?
Ob du die verblühten Kugeln abschneidest, ist Geschmackssache. Nimmst du sie ab, steckt die Pflanze keine Kraft in die Samenbildung. Lässt du sie stehen, trocknen viele Sorten zu hübschen Samenständen, die bis in den Winter Struktur ins Beet bringen. So trocknest du sie: Allium trocknen: Samenstände als Winterdekoration.
Stiel und Blätter schneidest du dagegen erst zurück, wenn sie ganz gelb und trocken sind. Bis dahin holt die Zwiebel über das grüne Gewebe Nährstoffe zurück und sammelt Kraft für die nächste Saison. Wer zu früh zur Schere greift, muss mit kleineren Kugeln rechnen.
Frisch geschnitten hält Allium übrigens lange in der Vase. Die frischen Schnittstellen verströmen einen Zwiebelduft, der sich mit häufigem Wasserwechsel in Grenzen hält.
Allium 'Christophii'
Die Sorte für alle, die Samenstände stehen lassen wollen. Die offenen Kugeln aus metallisch purpurnen Sternen werden 20 bis 25 cm breit und behalten ihre Form auch getrocknet.
📏 40–50 cm · 🌷 Mai bis Juni
Wann blüht Allium?
Die meisten großen Kugelsorten blühen im Mai und Juni. Danach übernehmen späte Arten: Der Kugellauch öffnet seine Köpfe ab Juni, 'Summer Drummer' blüht sogar von Juni bis August. Mischst du frühe und späte Sorten, finden Bienen und Hummeln rund drei Monate lang Nahrung. Mehr dazu unter Allium für Bienen und Schmetterlinge und Allium-Sorten im Überblick.
Allium 'Sphaerocephalon'
Der Kugellauch trägt kompakte, eiförmige Köpfe in tiefem Weinrot, die von der Spitze her nach unten aufblühen. Er wiegt sich auf schlanken Stielen im Wind und passt gut zu Gräsern und spätblühenden Stauden.
📏 60–80 cm · 🌷 ab Juni
Ist Allium winterhart und mehrjährig?
Ja. Die meisten Zierlauch-Arten überstehen deutsche Winter ohne Schutz und können das ganze Jahr im Boden bleiben. Anders als Dahlien musst du sie weder ausgraben noch frostfrei lagern. Solange der Boden im Winter nicht nass steht, treiben sie jedes Frühjahr neu aus. Robuste Arten wie der gelbe Goldlauch (Allium moly) breiten sich mit der Zeit sogar aus und verwildern. Etwas heikler sind Arten aus trockenen, sommerheißen Gebieten wie Allium schubertii: In rauen Lagen danken sie es dir, wenn du im Spätherbst eine lockere Schicht Laub oder Reisig über das Beet legst.
Eine Sonderrolle spielen Stauden-Allium wie 'Millenium'. Sie wachsen nicht aus einer einzelnen Zwiebel, sondern bilden dichte Horste mit kurzen Rhizomen, blühen erst im Hochsommer und werden wie eine gewöhnliche Staude gepflanzt und geteilt.
Allium vermehren mit Brutzwiebeln
Am schnellsten kommst du über Brutzwiebeln zu mehr Zierlauch, also über die kleinen Tochterzwiebeln neben der Mutterzwiebel. Grab die Zwiebeln im Spätsommer oder Frühherbst aus, wenn das Laub vollständig eingezogen ist, und löse die Kleinen behutsam ab. Mutter- und Tochterzwiebeln setzt du sofort wieder in die Erde, eine kleine Gabe Dünger im Pflanzloch hilft dem Nachwuchs beim Start. Sehr kleine Brutzwiebeln wachsen oft erst ein, zwei Jahre heran, bevor sie blühen.
Allium aus Samen ziehen
Zierlauch lässt sich auch aus Samen ziehen, das braucht aber Geduld. Lass einige Blütenstände stehen, bis die Kapseln aufspringen und die schwarzen Samen sichtbar werden, und schüttle sie über einem Bogen Papier aus.
Viele Allium-Arten keimen erst nach einer Kälteperiode. Säe die Samen deshalb im Herbst dünn in Töpfe mit durchlässiger Aussaaterde, bedecke sie knapp mit Sand und stell die Töpfe draußen an einen geschützten Platz. Im Frühjahr erscheinen grasartige Keimlinge, bis zur ersten Blüte vergehen aber mehrere Jahre.
Samen von Hybridsorten fallen nicht sortenecht aus, die Sämlinge können also anders aussehen als die Mutterpflanze. Und lässt du die Köpfe einfach stehen, übernimmt der Zierlauch das Säen oft selbst.
Ist Zierlauch giftig?
Zierlauch gehört zur selben Gattung wie Küchenzwiebel, Knoblauch und Schnittlauch, die für Hunde und Katzen giftig sind. Lass Haustiere deshalb nicht an Zwiebeln und Blättern knabbern und bewahre die Zwiebeln bis zum Pflanzen außer Reichweite auf.
Ein sonniger Platz, durchlässiger Boden und etwas Geduld nach der Blüte: Mehr braucht Allium nicht, um über viele Jahre wiederzukommen.
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